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Taketina Newsletter Januar-März '19
oder:
"Taketina und die Emotionen"

Kann denn eigentlich der Verstand mit Emotionen angemessen umgehen ?

Mit dem Körper kann ich meine Emotionen spüren.
Bei starken Gefühlsregungen spüre ich z.B. Gänsehaut, Schweißausbruch,
Herzklopfen, den Atem, den (fehlenden ?) Boden unter meinen Füßen ...

Mit dem Verstand kann ich Emotionen und die ausgelösten
Gefühle bewerten und einordnen.
Der Verstand "kennt" ein Gefühl wie Wut, Angst, Freude und Eifersucht aus einer
früheren Erfahrung.
Jede Bewertung zementiert allerdings die Einordung dieser Gefühle :
"Wenn dieses oder jenes passiert, bin ich wütend ..."

Kann ich mit dem Verstand meine Emotionen kontrollieren ?
Wenn das vielleicht gar nicht möglich wäre ?

Im Newsletter vor einem Jahr sprach ich davon, daß es einen Bereich
gibt, in dem Verstand und Körper zusammen arbeiten können.
Der Verstand geht über die Linearität der Zeit hinaus, und der Körper
über die Begrenzung von Raum.

Der Verstand kann dann die Gefühle beobachten ohne sie zu bewerten.
Und der Körper kann in die Emotion direkt eintauchen und sie erleben.
Wenn beides geschieht, haben wir ein Bewußtsein sowohl vom Verstand
als auch vom Körper.

Ein Schlüssel dazu scheint der Kontakt mit einer Emotion selbst zu sein.

Ich nehme eine Emotion wahr, indem ich meinen Körper mit ihr verbinde,
und mit dem Verstand ihren Verlauf von Anfang bis Ende
mit Aufmerksamkeit begleite - ohne zu interpretieren, die Emotion
verändern zu wollen oder mich mit ihr zu identifizieren.

Das setzt voraus, daß ich mit meinem Körper subtile Veränderungen
meiner Emotionalität mitbekomme, um sie schließlich begleiten zu können.

Im TaKeTiNa wird der Körper stark aktiviert um die
vielen verschiedenen Rhythmusebenen gleichzeitig wahrnehmen zu können.

Manche Teilnehmer berichten dann auch von auftauchenden Emotionen,
die zusätzlich dazu kommen.

Es wird immer genau dann interessant, wenn unsere Gefühlswelt es verhindert
in der Wahrnehmung zu bleiben:

Der Verstand bewertet auftretende Gefühle, statt einfach nur
zu beobachten.
Die Aufmerksamkeit wird abgezogen,
und wir fallen aus dem Rhythmus.

Der Körper spürt zusätzliche Emotionen,
die von der Bewertung des Verstandes kommen.
Gefühle wie Selbstwert und Angst können zusätzlich auftreten.
Das blockiert die Sensibilität des Körpers -
und wieder fallen wir aus dem Rhythmus
!

 

In den TaKeTiNa Rhythmusreisen können wir lernen, auf spielerische Weise diesen
behindernden Verhaltensweisen die Dramatik zu nehmen und dadurch
mit uns selbst im Kontakt zu bleiben.

Körper und Verstand können zusammenkommen !