DruckversionDruckversion

Der rhythmische Raum der Fünf

Der rhythmische Raum der "Fünf" ist anspruchsvoll und einfach zugleich.

Anspruchsvoll deshalb, weil der Raum größer ist und es länger dauert
bis sich ein Zyklus mal wieder schließt.

Einfach, weil die "5" uns in gewisser Weise sehr vertraut ist und sich überall zeigt:
fünf Finger/Zehen, Leonardo da Vinci's Bildnis vom ausgestreckten Menschen in einem Kreis,
der goldene Schnitt, usw.
Vielleicht ist es ja deswegen, daß die 5 in vielen Kulturen für "Sinnlichkeit", "Schönheit" und "Harmonie" steht ?

Von der Körperbewegung her ist die 5 eine Kombination der viel einfacheren Drehbewegung der 3 mit der ebenfalls einfachen Pendelbewegung der 2.

Im Taketina können wir archetypische Urbewegungen im Körper spürbar machen, indem
wir ihn mit Sprechen, Gehen, Klatschen und Singen gleichsam als Musikinstrument benutzen.

Der Körper muss dabei eigentlich nichts mehr lernen, eher ist es ein Verlernen von
hinderlichen Mustern, Barrieren, Gedanken, die der Autonomie des Körpers
noch im Wege stehen. Das Lernen ist daher ganzheitlich und individuell zugleich
und unterscheidet sich sehr vom herkömmlichen "Trainings-Lernen".

Ich freue mich, wenn Du Dich eingeladen fühlst diesen 5-er Raum zu betreten.



Die Erfahrung der Stille im Zwischenraum: 3 und 4


In unserer doch recht dual geprägten Welt ist es nicht schwer, Gegensatzpaare zu finden wie
Langeweile/Stress, Struktur/Improvisation, Hektik/Gelassenheit, Abneigung/Anziehung,
Aufregung/Müdigkeit, usw. ...

Während der Taketina Ausbildung hatte ich zusammen mit meinen Kollegen viel Gelegenheit bekommen mit Gegensatzpaaren, kontrastierenden Rhythmen und sehr viel Widersprüchlichkeit umzugehen.

Ein Schlüsselsatz für eine mögliche Definition von Taketina lautet z.B. :
"Rhythmus ist die Vereinigung von Polaritäten in Bewegung".

Damit ist gemeint, daß aus der anderen Perspektive eines synchronisierten und
bewegten Körpers heraus die Gegensatzpaare ihre Ausschließlichkeit verlieren können
und aus dem "Entweder - Oder" ein "Sowohl als auch" werden kann.
Das bedeutet z.B. "Improvisation braucht einen strukturellen Rahmen" oder
"Wir können gleichzeitig im Wach- und "Trance"-Zustand sein" ...

Wenn wir den Körper mit anderen gleichzeitig in einen Rhythmus einer "3" und einer "4" bringen, kann es z.B. erlebt werden, daß der doch sehr spannungsgeladene Kontrast
dieser archetypischen Rhythmusfiguren sich plötzlich integrierend und organisch anfühlt.

Ein Körper, der sich auf die Zwischenräume im Hören und in der Bewegung einläßt,
kann die Wahrnehmung öffnen und die Gleichzeitigkeit zulassen.
Die Kraft dazu kommt aus der Stille im Zwischenraum.

Ich freue mich, wenn Du Dich eingeladen fühlst diese Erfahrung zu teilen.