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Hallo liebe Taketina-Interessierte !

Zwischen Mittsommernacht und Tag-und-Nacht-Gleiche liegt die Erntezeit ....

Die Sonne steht in dieser Zeit zwar noch hoch am Himmel und beschert uns (nun ja: hoffentlich !) heiße Tage,
doch ihre Kraft nimmt auch schon wieder merklich ab - der Sommer hat den Zenit überschritten und es ist Erntezeit.

Die Kräuter aber haben die Sonnenkraft in sich aufgenommen.
Im Frauendreißiger vom 15. August (Maria Himmelfahrt) bis Mitte September wurden Heilpflanzen gesammelt.
Es ist ja die Zeit in der die Heilkräuter besonders viel Kraft haben.
Der Brauch Kräuter zu weihen hat sich übrigens aber bis heute gehalten.
Beim Erntedankfest wirft man z.B. alte Kräuterbunde ins Feuer und neue Kräutersträuße werden gebunden.
Die geweihten Sträuße enthalten oft 3 mal 3 verschiedene Kräuter.
In der Mitte steckte meist ein Zweig Alant oder die Königskerze, auch kleinere Sonnenblumen waren geeignete Mittelpunkte des Kräuterbuschens.
Mit dem Sammeln eines Kräuterstraußes wird die Kraft gesammelt um sie in der dunkler werdenden Zeit zur Verfügung zu haben.
Jetzt ist jedenfalls wohl eine gute Zeit Heilkräuter zu sammeln und die Kraft und Wärme des Sommers einzufangen.

Natürlich war die Erntezeit im August sehr bedeutungsvoll im Jahresablauf.
Das Überleben im Winter war abhängig von einer guten Ernte und es war wichtig den richtigen Zeitpunkt
der Ernte auszuwählen.
In alter Zeit halfen dann alle zusammen die Ernte einzubringen.
Raps und Getreide wurde geerntet, die Beeren waren reif und die Äste der Apfelbäume bogen sich unter ihrer Last.

Am Abend wurde schließlich die Ernte gefeiert -
mit Brot aus frisch gemahlenen Getreide, frischen Äpfeln von den Bäumen und gemütlichem Beisammensein.
Es wurden Geschichten erzählt, getanzt und gesungen. 
Die Fülle des Lebens wurde gefeiert und die Natur wurde genossen in ihrer vollen reifen Pracht.

Auch wir reifen in dieser Zeit - Wir bringen die Früchte unserer Arbeit in unser Inneres.
Wir beginnen uns innerlich auf die dunkle Zeit vorzubereiten und trennen uns von Altem und Überholtem.

...


Meine 2-jährige Taketina-Ausbildung neigt sich jetzt dem Ende zu
und ich sehe meine Prüfung Ende August als mein persönliches Erntedankfest !
Es war so eine reichhaltige Zeit des Lernens, Reifens und Lachens  ...

An dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die mich während der Ausbildung durch ihre Teilnahme
an den Taketina-Übungsgruppen unterstützt haben !

In der nächsten Zeit biete ich trotz der Urlaubszeit noch sporadisch weitere kostenfreie Termine
für die Übungsgruppen an und lade Euch damit recht herzlich zum "Erntedank" und zu meiner Unterstützung ein !